"Im Gespräch...": Dr. Vera Grimm (Bundesministerium für Bildung und Forschung)
Ausblick auf die aktuell dritte Runde "Kommunen innovativ"
Dr. Vera Grimm gibt einen Ausblick auf die aktuell dritte Runde "Kommunen innovativ" und verrät, was aus ihrer Sicht das Besondere der Fördermaßnahme ist.

Seit 2016 fördert das Bundesforschungsministerium im Rahmen der Fördermaßnahme "Kommunen innovativ" Städte, Gemeinden und Regionen. Gemeinsam mit ihnen werden neue Ansätze und Instrumente erprobt, die helfen, mit den Auswirkungen des demografischen Wandels umzugehen und eine zukunftsfähige Kommunalentwicklung zu betreiben. Mitte 2021 ist "Kommunen innovativ" in die dritte Runde gestartet.

Dr. Vera Grimm (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Referat 726 – Ressourcen, Kreislaufwirtschaft, Geoforschung) begleitet die Fördermaßnahme von Seiten des Ministeriums. "Im Gespräch: …" nimmt sie die Verbünde der dritten Runde und ihre Themenschwerpunkte in den Fokus. Uns interessiert dabei auch, was die neuen Verbünde von den vielfältigen und wertvollen Erfahrungen aus den ersten zwei Runden lernen können.

 

Frau Dr. Grimm, die Fördermaßnahme "Kommunen innovativ" geht in die 3. Runde. Wo liegen die Themenschwerpunkte in dieser Förderperiode?

Dr. Vera Grimm: Der Erfolg von "Kommunen innovativ" hat uns ermutigt, die Fördermaßnahme mit einer dritten Förderphase fortzuführen. Im Zentrum steht die Gestaltung der Daseinsvorsorge in Verbindung mit einer nachhaltigen Entwicklung strukturschwacher Regionen in Deutschland. Die 11 neuen Verbundvorhaben der 3. Runde sind zwischen Juli und September 2021 vor allem in Kommunen und Kleinstädten im ländlichen Raum gestartet. Ich freue mich auf spannende Lösungen bei einer vielseitigen Themenpalette. Dazu gehören die kommunale Verwaltungsmodernisierung, eine KI-basierte Mobility on demand-Plattform, die Stärkung des Ehrenamtes, eine klimaneutrale Wärmeversorgung, die Nutzung des Innovationspotenzials älterer Mitbürgerinnen und Mitbürger, innerkommunale Lösungen und lokales Empowerment für nachhaltige Stadtentwicklungsprozesse sowie neue Coworking-Ansätze.

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an "Kommunen innovativ"?

Dr. Vera Grimm: Die heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen erfordern eine starke Beteiligung der Praxis. Daher hat das BMBF mit "Kommunen innovativ" bewusst die Rolle von Kommunen in Forschungsvorhaben gestärkt. Kommunen sind hier gleichberechtigte Forschungspartner, Umsetzende und zum Teil Verbundkoordinatoren. In den Projekten arbeiten Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Kommunen Hand in Hand, um neue Lösungen für eine nachhaltige Daseinsvorsorge zu entwickeln und in die Anwendung in der kommunalen Praxis zu bringen. Auch auf den Transfer wird besonderes Augenmerk gelegt, damit möglichst viele Ergebnisse für andere Kommunen in Deutschland hilfreich sein können.

Basierend auf den Erfahrungen der abgeschlossenen Förderrunden I und II. Was möchten Sie den engagierten Akteuren in den neuen Verbundprojekten mit auf den Weg geben?

Dr. Vera Grimm: Zum einen ermuntere ich alle Akteure von den guten Erfahrungen der abgeschlossenen Projekte zu lernen: z.B. wie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis gelingen kann oder wie Lösungsansätze für eine erfolgreiche Anwendung und Verbreitung kommuniziert werden können. Die Weitergabe dieser Erfahrungen unterstützt das wissenschaftliche Begleitvorhaben KomKomIn durch spezielle Workshops.

Zum anderen ermutige ich die neuen Projekte, ungewöhnliche und neue Wege zu beschreiten, von denen wieder andere lernen können. Wir haben heutzutage ganz neue Möglichkeiten, uns Informationen anzueignen und von anderen zu lernen. Da bieten sich - neben den klassischen wissenschaftlichen Veröffentlichungen - auch audiovisuelle Medien und Kanäle für die Verbreitung der Erkenntnisse an. Eine wichtige Frage lautet: "Wie können wir beim Transfer von Ergebnissen besser werden?" und ich freue mich, wenn durch neue Ideen und Formate gute Inhalte spannend und informativ aufbereitet werden.