Mobilität - Erreichbarkeit - Ländliche Räume ...und die Frage nach der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse
Im Vordergrund der Veranstaltung stehen Fragen nach der Rolle von Mobilität und Erreichbarkeit für die Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen, den Daten und Verfahren mit denen sich tragfähige Aussagen über die Erreichbarkeitsverhältnisse treffen lassen oder wie sich Mobilität und Erreichbarkeit in ländlichen Räumen vor dem Hintergrund des demographischen Wandels verändern.

Sowohl die räumliche Mobilität als auch die Erreichbarkeit von Einrichtungen der Daseinsvorsorge und von Arbeitsplätzen beeinflussen die Lebenssituation der Menschen. Dies gilt in besonderer Weise für Menschen in ländlichen Räumen, deren Wege oftmals länger sind als in den Großstädten und deren Möglichkeiten zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel begrenzter sind. Mobilität und Erreichbarkeit sind dabei insbesondere für diejenigen eine Herausforderung, die nicht (mehr) Pkw-mobil sind.

Bislang erfolgt die Verkehrs- und Mobilitätsforschung weitgehend getrennt von der Erreichbarkeitsforschung und isoliert vom politischen und planerischen Gleichwertigkeitsdiskurs.

In der Verkehrs- und Mobilitätsforschung gibt es die begriffliche Unterscheidung zwischen Verkehr (als tatsächliche physische Bewegung im Raum) und Mobilität (als Gesamtheit der subjektiv in Frage kommenden Möglichkeiten für physische Bewegung im Raum). Die Verkehrs- und Mobilitätsforschung liefert hilfreiche Erkenntnisse, z. B. über das Zusammenspiel von Wohnstandortwahl und Verkehrsverhalten, über Routinebildungsprozesse im Verkehrsverhalten und Ansatzpunkte für Verhaltensänderungen sowie über aktuelle und zukünftige Präferenzen der verschiedenen Verkehrsteilnehmer*innen und der für das Verkehrsangebot relevanten Akteure. In der Erreichbarkeitsforschung gibt es verschiedene Ansätze, um zu untersuchen, mit welchen Verkehrsmitteln welche Ziele innerhalb welcher Zeitspanne erreicht werden können und welche Unterschiede es dabei zwischen und innerhalb von bestimmten Räumen gibt. Im politischen und planerischen Diskurs wird Mobilität und Erreichbarkeit immer wieder eine zentrale Rolle zugeschrieben, wenn es um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse geht.

Mit der Forschungskonferenz sollen am 17. und 18. März 2020 Wissenschaftler*innen, Planer*innen und Entscheidungsträger*innen zusammengebracht werden, die sich mit Themen aus den Bereichen Mobilität und Erreichbarkeit befassen, besonders in ländlichen Räumen. Neben grundsätzlichen Fragen zu Mobilität und Erreichbarkeit soll dabei auch diskutiert werden, welchen Beitrag die Mobilitäts- und Erreichbarkeitsforschung zum Gleichwertigkeitsdiskurs leisten kann bzw. sollte.

Die im Sommer 2019 veröffentlichten Schlussfolgerungen zur Arbeit der Kommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ können dabei ein konkreter Startpunkt für eine Debatte sein.

Das » Tagungsprogramm ist auf der Webseite verfügbar. Die » Anmeldung zur Tagung ist ab sofort möglich.