KomMonitor
KomMonitor
Nordrhein-Westfälische Städte schaffen Monitoring für fachübergreifende Stadtplanung
„KomMonitor“ legt die Basis für eine fachübergreifende Stadtplanung. Die Städte Essen und Mülheim an der Ruhr entwickeln dafür gemeinsam mit Bochumer Geowissenschaftlern und Immobilienwirten ein integriertes Monitoring-System, das Daten verschiedener Bereiche zusammenführt und Analysen und Prognosen für die Stadtentwicklung ermöglicht.

Fachübergreifendes Monitoring
Essen und Mülheim an der Ruhr wollen ihre Entwicklung künftig mit einem ganzheitlichen Ansatz steuern. Demografische Veränderungen sollen frühzeitig erkannt, ihre Auswirkungen auf das Wohnen, die Umwelt und die soziale Struktur deutlich werden. Im Projekt „KomMonitor“ schaffen sich Essen, die 590.000-Einwohner-Stadt, und Mülheim an der Ruhr, die 170.000-Einwohner-Stadt, ein Instrument, das die Wissensbasis für diese vorausschauende Planung ist. Gemeinsam mit ihren Forschungspartnern entwickeln sie ein integriertes, netzbasiertes System, das „Kommunale Monitoring zur Raumentwicklung: Demografie, Sozialstruktur, Wohnen und Umwelt in der Stadt“. Es soll als fachübergreifende Planungsgrundlage zur Steuerung und Koordinierung städtischer Maßnahmen und Ressourcenverteilung dienen.

Unterstützt werden die Kommunen in diesem Vorhaben von einer Forschungsgruppe aus drei wissenschaftlichen Partnern: dem Bochumer Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung, dem Geographischen Institut der Ruhr-Universität Bochum sowie dem Fachbereich Geodäsie der Hochschule Bochum.

Ein Frühwarnsystem für die Stadtentwicklung
Die Innovation des Projekts „KomMonitor“: Datenbestände unterschiedlicher städtischer Fachbereiche werden aktuell und fachübergreifend vernetzt. Dies betrifft Erkenntnisse zu Demografie, Sozialstruktur, Wohnen, Migration und Umwelt. Die zweite Neuerung: Tendenzen der demografischen Veränderungen lassen sich sowohl für die gesamte Stadt als auch für einzelne Quartiere erkennen. Möglich wird dieser kleinräumige Blick durch ein geografisches Informationssystem (GIS). Es macht die Daten jeweils ortsbezogen verfügbar. Die vernetzten Daten werden zudem so aufbereitet, dass Trendfortschreibungen und Prognosen möglich sind. „KomMonitor“ schafft damit gewissermaßen ein Frühwarnsystem für soziale und städtebauliche Veränderungen.

Von der Analyse zum Regelbetrieb
Ausgangspunkt des Vorhabens ist eine Analyse, die den Ist-Zustand und Bedarf der beiden Städte in den Bereichen Demografie, Wohnen, Migration und Sozialstruktur erfasst. Im Ergebnis entsteht eine Liste von Indikatoren, die die inhaltlichen Schwerpunkte des Monitoring-Systems abbildet. Für den Bereich Wohnen können das zum Beispiel Indikatoren zum Gebäude-Bestand, zur Wohnungsmarktlage, zu Wohnpreisen und Siedlungsdichte sein. Sind alle Bereiche mit Hilfe dieser Indikatoren erfasst, werden die Datenbestände angeglichen und zusammengeführt. In einem weiteren Schritt entwickeln die Wissenschaftler die einzelnen technischen Bausteine des Monitoring-Systems. Das sind Tools für die Auswertung, die Analyse, die Visualisierung und die Prognose.

Anschließend wird das Monitoring-System von den Planern und Experten der kommunalen Verwaltungen Essens und Mülheims an der Ruhr in der Praxis getestet. Nach eventuell notwendigen Anpassungen erfolgt die Übernahme in den Regelbetrieb der Kommunen.

Eine abschließende Transfer-Phase vermittelt die gewonnenen Erkenntnisse zunächst innerhalb der beiden Kommunen. Am Ende des Forschungsprojekts werden die Informationen weiteren Kommunen, die das Monitoring-System nutzen wollen, zur Verfügung gestellt.