MOSAIK
MOSAIK
Strategien des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Generationen
Das Projekt „MOSAIK“ erforscht, wie Menschen verschiedener Kulturen gut in einem Stadtquartier zusammen leben. Die Stadt Remscheid im Bergischen Land und Wissenschaftler der Technischen Universität Dortmund entwickeln dafür Strategien zur integrierten und kultursensiblen Bestandsentwicklung.

Heterogene Stadtquartiere
Im Nordrhein-Westfälischen Remscheid leben Menschen vieler Nationalitäten. Rund 38 Prozent der 109.000 Einwohner haben Migrationshintergrund, teilweise leben sie bereits in dritter Generation in der Stadt. In Sachen Integration gilt Remscheid als bundesweit vorbildlich. Mit dem Projekt „MOSAIK“ will die Stadt sich auch in Zukunft als lebenswerte Stadt für Menschen verschiedener Kulturen und Generationen etablieren. Sie erwartet den Zuzug weiterer Migranten aus unterschiedlichen Kulturen, zudem möchte sie sich seniorengerechter ausrichten. Statt neue Siedlungsflächen auszuweisen, will sie bestehende Quartiere für ihre heterogene Bevölkerung entwickeln. Im Forschungsverbund mit Raumplanern und Stadtsoziologen der Technischen Universität Dortmund entwickelt Remscheid dafür in „MOSAIK“ zukunftsweisende Strategien.

Breites Netzwerk von Partnern
Wie muss ein zukunftsfähiges heterogenes Stadtquartier beschaffen sein? Welche Infrastrukturen brauchen welche Bevölkerungsgruppen – und wie lassen sich diese miteinander verbinden? Das Forschungsprojekt beantwortet diese Fragen anhand von zwei konkreten Zielstellungen. Zunächst wollen die Partner ein tieferes Verständnis dafür entwickeln, wie bestehende Quartiere im Hinblick auf Integration strukturiert sind und wie Integration in den Stadtquartieren funktioniert. Dieses Wissen in quartiersbezogene Strategien zu überführen und praktisch anzuwenden, folgt im zweiten Schritt.

Neben den Dortmunder Wissenschaftlern arbeitet die Stadtverwaltung Remscheid für ihr Vorhaben mit einem Netzwerk an Partnern zusammen. Die GEWAG Wohnungsaktiengesellschaft Remscheid unterstützt das „MOSAIK“-Projekt ebenso wie der Bürgerverein Rosenhügel, der soziale Solidaritätsverein „Küpeli“ und der Stadtteil-Verein.

Die „MOSAIK“-Bausteine
Das Forschungsvorhaben teilt sich in zwei wesentliche Bausteine. Mit Hilfe von qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden sollen zunächst soziodemografische Entwicklungsprozesse und die spezifische Relevanz von Quartieren für Identifikations- und Integrationsprozesse erkundet werden. Hierzu werden vier Remscheider Quartiere beispielhaft untersucht. Das Quartier „Rosenhügel“ ist ein innenstadtnahes Altbauquartier mit leichtem Bevölkerungswachstum und hohem Migrationsanteil. Das Quartier „Honsberg“, ebenfalls innenstadtnah und mit einem hohen Anteil an zugewanderter Wohnbevölkerung, ist durch eine fast geschlossene Quartiersstruktur geprägt. Das Quartier „Hohenhagen“ im Westen der Innenstadt besteht im Unterschied zu den beiden anderen Quartieren vor allem aus Einfamilienhäusern. Die Bevölkerungszahl wächst leicht, insbesondere durch Zuzug von Migranten aus Remscheid. Mit seiner äußerst niedrigen Arbeitslosenquote hebt sich Hohenhagen von den anderen drei Untersuchungsquartieren ab. Das vierte Quartier „Hasenberg“ befindet sich in größter Distanz von der Innenstadt Remscheids. Es hat einen hohen Anteil an älteren Menschen und einen vergleichsweise niedrigen Anteil an ausländischer Wohnbevölkerung.

Nach der Analyse erfolgt die Strategie. Gemeinsam mit Bewohnern, Vereinen und bürgerschaftlichen Initiativen erarbeiten die Forschungspartner in Zukunftswerkstätten konkrete Strategien der Quartiersentwicklung, die anschließend umgesetzt werden. Schließlich soll geprüft werden, ob die Strategien auf andere Quartiere der Stadt übertragbar sind. Daran anknüpfend leiten die Projektpartner generelle Empfehlungen für die Quartiersentwicklung ab. Entstehen sollen zum Abschluss Handlungsempfehlungen, die anderen Kommunen vor allem Ergebnisse kleinräumiger Betrachtung zur Verfügung stellen.