KOMET
Acht Gemeinden gestalten gemeinsam ihr kommunales und landschaftliches Potenzial
„KOMET“ schafft Zukunft für Kommunen in schützenswerter Landschaft, im UNESCO-Biosphärenreservat „Thüringer Wald“. Acht Gemeinden betreiben ihre Siedlungsentwicklung künftig gemeinsam. Die nötigen Instrumente und neue Finanzierungsfonds erproben sie in Zusammenarbeit mit Raumplanern und -forschern.

Management für acht Kommunen
Die acht benachbarten Gemeinden im Süden Thüringens gehen mit dem Projekt „KOMET“ den Weg der gemeinsamen kommunalen Entwicklung. „Kooperativ Orte managen im Biosphärenreservat Thüringer Wald“ ist der vollständige Titel ihres Vorhabens. Es nennt seine Ziele bereits im Namen. Zum Management gemeinsamer Siedlungsplanung und Ortsentwicklung gehört u.a. ein aktives und vorausschauendes Flächenmanagement. Dafür wollen die Gemeinden einen gemeinsamen Fonds errichten und daraus die Gestaltung leerstehender Gebäude und Brachflächen in ihren Zentren finanzieren. Gewinn aus deren Nutzung fließt in den Fonds zurück und kann für weitere Vorhaben eingesetzt werden.

Mit diesem Fonds empfiehlt sich „KOMET“ als Pilotprojekt auch für die Internationale Bauausstellung in Thüringen – ein Zukunftslabor für neue Modelle von Siedlung und Bau, das bis zum Jahr 2023 in diesem Bundesland stattfindet. Als wissenschaftliche Partner stehen den Gemeinden die Raumplaner und -forscher der Bauhaus Universität Weimar zur Seite. Sie konkretisieren auf der Grundlage von Analysen auch die weiteren Instrumente der gemeinsamen Ortsentwicklung und begleiten forschend die konkrete Anwendung.

Die Chance des Biosphärenreservats
Ihre Lage im Biosphärenreservat prädestiniert die Kommunen für eine nachhaltige Entwicklung hin zu Orten mit hoher Lebensqualität. UNESCO-Biosphärenreservate sind international als die Regionen anerkannt, in denen neue Strategien von kommunaler Verwaltung und Bevölkerung entwickelt und ausprobiert werden. Denn die acht Gemeinden, allesamt Touristenorte im Mittelgebirge Thüringer Wald, und der zuständige Landkreis setzen mit „KOMET“ auch auf das Engagement und die Mitsprache ihrer Bewohner. Siedlungsentwicklung ist in dem Projekt ein gemeinsames Vorhaben, um Attraktivität und Lebensqualität für neue und alteingesessene Einwohner sowie für Erholungssuchende zu erhalten und zu steigern.

Die Bausteine des Siedlungs-Managements
Ausgangsbasis für das Vorhaben ist eine Brachflächenerfassung und Potenzialbörse der acht Gemeinden. Die Daten ungenutzten Landes sind erfasst, das Potenzial für neue Nutzung aufbereitet. Für ihre Vermarktung kommen neue Instrumente wie eine Immobilienplattform zum Einsatz.

Zu den weiteren Bausteinen des Siedlungs-Managements gehören neben dem gemeinsamen Finanzierungsfonds auch Konzepte, wie ungenutzte Siedlungsgebiete und Infrastruktur rückgebaut werden können – nach welchen Kriterien dies geschieht, wie sich Ausgleichsmaßnahmen und Renaturierung gestalten können. Für die Mitsprache der Bürger an dieser Umgestaltung wird ein Bürgerhaushalt erprobt. Über die Verwendung der eingestellten Mittel entscheiden die Einwohner.

Die gewonnenen Erkenntnisse wollen die „KOMET“-Partner bundesweit zur Verfügung stellen.

Presseberichte