KOMET
Acht Gemeinden gestalten gemeinsam ihre Region
Interkommunal, mit kooperativen Formaten, Konzepten und Projekten – so gestalten acht Orte im ländlichen Süden des Thüringer Ilm-Kreises ihre Region als attraktiven Wohn-, Lebens- und Arbeitsort. Ob nachhaltige Ansätze der Innenentwicklung, ergänzende Mobilitätsangebote oder lebendige Traditionspflege – neue Netzwerke bauen auch nach „KOMET“-Ende gemeinsam an der Zukunft.

Die Projektziele
Ziel von „KOMET“ war ein nachhaltiger, demografiefester Umbau der ländlichen Siedlungs- und Infrastruktur im Ilm-Kreis, in der Region des UNESCO-Biosphärenreservats Thüringer Wald. Initial war ein Dialog aller Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. In diesem Treffen benannten die kommunalen Köpfe die größten Herausforderungen: Mobilität, Ausbildung und Arbeit, Vereinsleben, Tourismus und leerstehende Immobilien. Für dieses Spektrum sollten im „KOMET“-Projekt innovative und kooperative Lösungsansätze entwickelt und erprobt werden.

Die Projektergebnisse
„KOMET“ hat für die wesentlichen Fragen des demografischen Wandels sensibilisiert. Dafür entstanden Netzwerke aus Bürgerschaft, Kommunalpolitik, Regionalplanung sowie relevanten Institutionen. Die Beteiligten starteten zahlreiche Aktivitäten. Ausgehend vom Thema Leerstand wurden die weiteren Themen bearbeitet. Denn Leerstand lässt sich nicht isoliert von anderen Alltagsrealitäten betrachten, so eine Erkenntnis des Prozesses.
Die Ergebnisse im Detail:

Leerstands-/Nutzungsmanagement
» „Gillersdorfer Erklärung“. Bekenntnis von sieben Modellorten zum Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung – Für lebendige Ortszentren“.
» Zusammenschluss von sechs Modellorten zur „Dorfregion Großbreitenbach“; Erarbeitung eines Entwicklungskonzepts, Anerkennung als Förderschwerpunkt der Dorferneuerung durch das Land Thüringen.
» Erarbeitung der „Modellplanung Ortskern Großbreitenbach“ als Pilotprojekt mit Kategorisierung,  Revitalisierungsideen, Einzelfallklärungen. Nutzung eines Landesförderprogramms mit revolvierendem Charakter.
»Pflege eines Leerstandskatasters, Aufbau einer digitalen Immobilienbörse, Präsentation zum Verkauf stehender Leerstandsobjekte, Ausbau von Beratungsangeboten.

Mobilität, Ausbildung & Arbeit, Tourismus & Freizeit, Vereinsleben
» Schaffung eines regionalen Netzes von rund 30 Mitfahrbänken, Aufbau eines regionalen E-Bike-Pools von Leihrädern.
» Aufbau eines regionalen Netzwerkes von Aktiven im Bereich Arbeit und Ausbildung.
» Interkommunale Vernetzung der Vereine.

Die Instrumente werden im Modellraum genutzt und weiterentwickelt. Zahlreiche Folgeprojekte sind bereits initiiert bzw. bewilligt.

Die Projektmethodik
Die Bauhaus-Universität Weimar unterstützte den Prozess kontinuierlich als Impulsgeberin und wissenschaftliche Beraterin, mit Forschungen aus Projekt- und Abschlussarbeiten und mit Diskussions- und Vernetzungsveranstaltungen. Das UNESCO Biosphärenreservat Thüringer Wald sorgte unter anderem für den Wissens-Transfer.

Gestartet wurde mit lokalen Bürgerschaftswerkstätten und interkommunalen Bürgermeisterdialogen. Fortgesetzt und konkretisiert wurde die Arbeit in thematischen interkommunalen Arbeitsgruppen, die zu lebendigen Netzwerken wurden. Kennzeichnend war eine partizipative orts- und behördenübergreifende Zusammenarbeit. Zum Erfolg beigetragen haben u.a. die Öffentlichkeitsarbeit, zielgruppengerechte Veranstaltungsformate sowie die externe fachliche Unterstützung im Bereich Moderation und Beteiligung.

Einer der größten Erfolge für die Kommunen ist, dass durch „KOMET“ die Region zusammengewachsen ist und viel erreicht wurde. Ihre Erfahrung dabei: solche Veränderungsprozesse brauchen Engagement, Zeit, Geduld und Mut sowie personelle, fachliche und finanzielle Kompetenzen – sowohl im Haupt- als auch im Ehrenamt. Eine Empfehlung des „KOMET“-Teams ist daher, diese Ressourcen in Förderprogrammen für den ländlichen Raum entsprechend zu berücksichtigen.

 

Thema: Innen entwickeln!

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