KoSI-Lab
Wie im Soziallabor aus guten Taten kommunaler Gewinn erwächst
Im Projekt „KosiLab“ wollen die Städte Dortmund und Wuppertal gemeinsam mit engagierten Bürgern soziale Dienstleistungen auf- und ausbauen. Strategien und konkrete Vorhaben entwickeln sie in Kommunalen Laboren sozialer Innovation – in „KosiLabs“. Forschende unterschiedlicher Disziplinen begleiten diese neuen Formen der Kooperation.

Die Potenziale in den Kommunen
Die Stadt Dortmund plant neue Karrieremodelle für Schulabgänger und Menschen mit Berufserfahrung durch nachhaltige Kooperationen von lokalen Akteuren, Beschäftigungsträgern und Unternehmen. Die Stadt Wuppertal will ihrer Agentur von Ehrenamtlern, dem „Zentrum für gute Taten“, eine langfristige Perspektive geben. Welche Mittel, Wege, Beteiligten braucht es dafür? Wie vereinen sich die Interessen von Bürgern mit denender kommunalen Verwaltungen und regionalen Unternehmen hin zu Kooperationen, die nachhaltig sind? Die Forschenden der Technischen Hochschule Dortmund, des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und des Instituts für Landes- und Stadtentwicklung in Dortmund bündeln und bewerten Arbeitsweisen und Konzepte in zwei kommunalen Laboren. Der Mehrwert ihres Projekts „KosiLab“: Umfassende Strategien für soziale Dienstleistungen und soziales Engagement in den Kommunen, die von allen Beteiligten getragen und umgesetzt werden.

Die Methoden der Labore
Während des dreijährigen Forschungsprojekts bauen die insgesamt fünf Verbundpartner aus ehrenamtlichen Initiativen, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft dafür ihre konkreten Vorhaben auf und erproben sie. Mit ihren Laboren sozialer Innovation nutzen sie eine neuartige, offene Institution. Der Grundgedanke: Akteure aus Verwaltung, Wirtschaft, Bürgerschaft und Forschung erarbeiten in den Laboren partnerschaftlich soziale und praxisnahe Lösungen für lokale Gegebenheiten. Erprobt sind solche Labore bereits auf nationaler und europäischer Ebene. Jetzt machen die Projektpartner sie für die kommunale Ebene nutzbar. Die Sozialwissenschaftler und Raumplaner aus Dortmund und Wuppertal bringen ihre wissenschaftliche Expertisen für die nachhaltige Gestaltung von Gesellschaft und internationale Vorerfahrungen mit Zentren sozialer Innovation ein, die Kommunen ihren Bedarf an sozialen Dienstleistungen und Potenzial an gemeinsamem Engagement.

Muster für Kooperationen
Die Ausgangslagen der beiden beteiligten Städte für „KosiLab“ sind unterschiedlich. Dortmund startet ein komplett neues Vorhaben im sozialen Labor, Wuppertal baut eine bestehende Initiative dafür aus.

In Dortmund dient das Projekt neuen Formen der Beschäftigung. Diese reichen von tragfähigen Berufsmodellen für einfache Tätigkeiten bis hin zu Kooperationen zwischen Schulen und Ausbildungsbetrieben. Weitere Bausteine, die im sozialen Labor erarbeitet und etabliert werden, sind neue integrierte Instrumente zur Schaffung zusätzlicher Arbeitsmöglichkeiten durch neue Kooperationsformen von öffentlichen Akteuren, neuartigen Beschäftigungsträgern und Unternehmen. In Wuppertal wollen die Projektpartner das „Zentrum für gute Taten“ zu einem Labor für Bürgerengagement und Ehrenamt weiter entwickeln und die Einrichtung auf ein solides Fundament stellen. Dafür entwickeln die Beteiligten ein Konzept für eine nachhaltige Strategie. Darin enthalten sind u.a. neue Möglichkeiten des Engagements. Das können Beispiele wie ein „Marktplatz für gute Geschäfte“ sein. Dieser Marktplatz bringt Unternehmen und Ehrenamtler zusammen. Beide tauschen miteinander Dienstleistungen und profitieren vom Know-how der jeweils anderen.

Ziel der beiden Vorhaben in Dortmund und Wuppertal ist - über ihre konkreten Vorhaben hinaus - die exemplarische Erforschung, welchen Beitrag die Labore als neue Kooperationsmodelle und Unterstützungsstrukturen zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft leisten können. Damit wollen sie die Ergebnisse auch anderen Kommunen empfehlen, die gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren ihre Stadtgesellschaft nachhaltig gestalten wollen.