TransformBar
TransformBar
Engagierte Bürger und Kommunen schaffen mehr Lebensqualität durch Beteiligung
„TransformBar“ koordiniert Bürgerbeteiligung und leitet ehrenamtliches Engagement für Kultur und Soziales in langfristige Bahnen. Die beiden Gemeinden Münsingen und Treuenbrietzen gehen dafür neue Wege in der Zusammenarbeit von Bürgern und Verwaltung. Forschende der Sozialwissenschaften und Umweltpsychologie begleiten und analysieren diesen Prozess.

Für Kultur und Soziales
Mit welchen Maßnahmen entsteht kultureller und sozialer Mehrwert in den Kommunen? Beispielsweise durch einen von Bürgern betriebenen Dorfladen für regionale Produkte, in dem Einkauf und Begegnungen in der Gemeinde möglich sind. Oder durch Angebote an Flüchtlinge, sich mit Bürgern auszutauschen. Engagierte Bürger und Stakeholder der Kommunen Münsingen und Treuenbrietzen wollen solche kulturellen und sozialen Angebote etablieren. Dafür kooperieren die beiden Gemeinden im Projekt „TransformBar“ mit Soziologen der „DIALOGIK Gesellschaft für Kommunikations- und Kooperationsforschung“ und mit Umweltpsychologen der Georg-August-Universität Göttingen. Damit die neuen Formen von Bürgerbeteiligung an kulturellen und sozialen Dienstleistungen dauerhaft mehr Lebensqualität schaffen, entwickeln die Wissenschaftler Instrumente zur Gestaltung des Prozesses und begleiten ihn von der Idee bis zur Realität. „TransformBar“ erprobt verschiedene Beteiligungskonzepte, erstellt Erfolgsfaktoren und verbreitet sie über eine digitale Transferplattform.

Verschiedene Strukturen
Die beiden Kommunen Münsingen und Treuenbrietzen unterscheiden sich in Lage und Struktur voneinander. Münsingen, etwa 60 Kilometer von Stuttgart entfernt, liegt im Biosphärenreservat Schwäbische Alb. In der Region sind Wirtschaft und Tourismus etabliert. Die Bevölkerung wächst. Das brandenburgische Treuenbrietzen, rund 70 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Berlin, liegt im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Die ländliche Region wandelt sich hin zu Tourismus, zu Landwirtschaft und Branchen neuer Technologien.

Die Methodik
Das Projekt verläuft in drei wesentlichen Phasen: Zunächst erkunden die Forschenden in Stakeholder-Interviews den lokalen Bedarf an nachhaltigen Projekten. Dabei werden auch die sozialen und strukturellen Bedingungen der jeweiligen Regionen ermittelt. Aufbauend auf den Interviews entwickeln die Forschungspartner konkrete Projektideen und analysieren deren Umsetzungspotenziale. In der zweiten Phase entwerfen die Forschenden gemeinsam mit engagierten Bürgern für die erfolgversprechendsten Projekte einen konzeptionellen Rahmen: Welche personellen, strukturellen und finanziellen Mittel werden zur Gründung, Realisierung und Etablierung des Projekts benötigt? Welche Kompetenzen sollten die Initiativen für sich stärken? Auf dieser Basis starten die Projekte in Münsingen und Treuenbrietzen in der dritten Phase der Förderlaufzeit. Außerdem werden lokale TransformBars durchgeführt. Diese informellen Gremien fördern den Austausch der Initiatoren kommunaler Projekte und schaffen Synergien zwischen den Ehrenamtlichen. Zudem erstellen die Forschungspartner eine Good-Practice-Analyse, für die sie deutschlandweit Interviewsmit Initiatoren erfolgreicher kommunaler Nachhaltigkeitsprojekte führen. Die Ergebnisse dieser Analyse fließen in alle drei Projektphasen mit ein. Ein wichtiges Ergebnis von „TransformBar“ wird es sein, die Erfolgsfaktoren für kommunale Nachhaltigkeitsprojekte mit Bürgerbeteiligung zu erfassen: Wodurch lassen sich Bürger für gemeinsame Projekte gewinnen? Was sind verallgemeinerbare Erfolgs- bzw. Einflussfaktoren für eine gelungene Beteiligung? Welche Methoden und Formate können auch für andere lokale Initiativen erfolgversprechend sein – trotz anderer regionaler Gegebenheiten? Diese und weitere Erkenntnisse werden in der digitalen Transfer-Plattform gesammelt und am Ende des Projekts anderen Initiativen und Kommunen zugänglich gemacht.