IN²
IN²
Dauerhafte Integration Zugewanderter auf dem Land
Im Projekt „IN²“ erprobte das Forschungsteam, wie Menschen mit Migrationsgeschichte dauerhaft in ländlichen Regionen integriert werden können. Forschende aus Kaiserslautern und zwei Kommunen in Rheinland-Pfalz schufen dafür ein Modell. Es beschreibt den Bedarf Zugewanderter mit sogenannten Haltefaktoren, definiert geeignete Standorte bzw. Regionen für ihre Ansiedlung und stärkt multikulturelle Netzwerke.

Die Projektziele
Die beiden rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden Gerolstein und Nordpfälzer Land wollen Menschen mit Migrationshintergrund als neue Einwohnerinnen und Einwohner gewinnen. Damit wollen sie demografiefest werden, zudem Wirtschaftskraft und Siedlungsstruktur erhalten. Als Stärken des ländlichen Raums definiert „IN²“ unter anderem eine gute Lebensqualität, vor allem für Familien, ein stabiles soziales Netzwerk und gute Möglichkeiten der sozialen Teilhabe.

Die Forschenden des Instituts für Technologie und Arbeit e. V. und der Senior-Forschungsprofessur Stadtplanung der Technischen Universität Kaiserslautern unterstützten die Kommunen dabei, das notwendige Wissen über die Bedingungen von Integration aufzubauen und neue Ansätze für Netzwerke zu erarbeiten.



Die Projektergebnisse
Die Ergebnisse gliedern sich entlang der Forschungsstränge in drei Themen: die Haltefaktoren von Zugewanderten, ein Verteilungsmodell und die Prozessmoderation.

Haltefaktoren
» Die wesentlichen Gründe für Zugewanderte, dauerhaft in ländlichen Regionen zu bleiben, sind berufliche Perspektiven, Integration auf dem Arbeitsmarkt und sozialer Anschluss. Auch eine gute Mobilität ist ein Haltefaktor. Dies ergaben Befragungen von Zugewanderten und Fachleuten in den beiden Modellkommunen.

Verteilungsmodell
» Zur räumlichen Lenkung der Zuwanderung nach quantitativen und qualitativen Aspekten wurde ein Verteilungsansatz entwickelt. Er stellt diejenigen Räume dar, die aufnahmefähig, aufnahmebereit, kapazitäts- und angebotsorientiert sind. Sie beziehen sich auf die demografischen, wirtschaftlichen und wohnungs-marktbezogenen Gegebenheiten vor Ort.
» Das Verteilungsmodell enthält Empfehlungen für ein datengestütztes und integriertes Standortentwicklungskonzept.

Prozessmoderation und Netzwerkbildung
» Statt einzelner Arbeitsgruppen empfiehlt „IN²“ ein Netzwerk für Integration, mit Beteiligten wie Zugewanderte, Mitarbeitende aus Behörden, Unternehmen, Wirtschaftsverbänden etc.
» Eine Checkliste zur Bewertung der kommunalen Willkommenskultur mit Kriterien für mehrsprachige Informationen; Förderung von Integration; interkulturelle Behörden und Gesellschaft wurde entwickelt.
» In neuen Workshop-Formaten und Ideenwerkstätten entstanden Strategien für das Thema auf politischer Ebene und für sozial-kulturelle Arbeiten.

In gemeinsamen Workshops entstanden über 200 Ideen, umgesetzt wurde beispielsweise die Veranstaltungsreihe „KulturTandem“, bei der sich Zugewanderte und Einheimische zu verschiedenen kreativen Angeboten treffen konnten. Auch Projekte zur beruflichen Integration, wie Firmenbesuche von Schülerinnen und Schülern, fanden statt. Die Beteiligten werden auch nach Projektende an solchen Vorhaben weiter arbeiten. Die „IN²“-Ergebnisse stehen in Leitfäden für andere Kommunen zur Verfügung. Denn: Ohne gezielte Maßnahmen werden die Entwicklungschancen des ländlichen Raums nicht eintreten können, so die Erkenntnis des Projekts.

Marina Jentsch beleuchtet die Herausforderungen in der Integration Zugewanderter speziell in ländlichen Kommunen. Sie identifiziert die Haltefaktoren, die dazu führen, dass diese Menschen auch längerfristig vor Ort bleiben möchten und zeigt Instrumente sowie Hilfsmitteln für Kommunen auf, die sich aktiv dafür einsetzen wollen, die Einbindung von Migranten in ihrer Gemeinde zu verbessern.

Die Projektmethodik
Für die Forschungsaufgaben wurden Methoden der sozialwissenschaftlichen Forschung sowie raumplanerische Analysen eingesetzt. In den Kommunen übernahmen zudem zwei Fachfrauen die Prozessmoderation. Sie vernetzten führende Köpfe aus Politik, Verwaltung sowie Haupt- und Ehrenamt der Integration in Workshops, Ideenwerkstätten und Arbeitsgruppen. Gemeinsam arbeiteten Haupt- und Ehrenamtliche an ihren Integrationsmodellen. Forschungsbedarf sieht das „IN²“-Team zu der Frage, wie diese Netzwerk-Arbeit dauerhaft gelingen kann.

Ergebnisse & Lösungen

IN²-Projektteam (2020)
Checkliste Willkommenskultur

Mit der vorliegenden Checkliste können Sie die Willkommenskultur in Ihrer Kommunalverwaltung messen. Diese Selbsteinschätzung kann Ihnen helfen, den Reifegrad der Willkommenskultur zu erkennen. Gerne können Sie die Checkliste auch als Inspiration für die Weiterentwicklung dieser Kultur nutzen.

» Volltext (PDF)
IN²-Projektteam (2020)
Interviewleitfaden Expert*innen

Zur Erhebung von Daten in den Kommunen können Interviews geführt werden. Dieser Interviewleitfaden soll Interessierten als Vorlage dienen, Expert*innen in den Kommunen zum Thema Integration von Zuwanderern zu befragen.

» Volltext (PDF)
Institut für Technologie und Arbeit (ITA) (2020)
Dramaturgiebogen Strategiegespräch

Der Dramaturgiebogen dient als Vorlage zum Ablauf eines Strategiegesprächs.

» Volltext (PDF)
IN²-Projektteam (2020)
Interviewleitfaden Zugewanderte

Zur Erhebung von Daten in den Kommunen können Interviews geführt werden. Dieser Interviewleitfaden soll Interessierten als Vorlage dienen, Zugewanderte in den Kommunen zum Thema Integration zu befragen.

» Volltext (PDF)
Institut für Technologie und Arbeit (ITA) (2020)
Dramaturgiebogen Ideenwerkstatt

Der Dramaturgiebogen dient als Vorlage zum Ablauf einer Ideenwerkstatt.

» Volltext (PDF)
Was ist Ihnen wichtig bei der Auswahl von Ihrem Wohnort?
IN²-Projektteam (2020)
Fragebogen

Dieser Fragebogen dient der Erhebung von Daten in den Kommunen. Es geht um die folgenden Fragen:
- Welche Dinge gehören für Sie zu einem guten Wohnort?
- Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Wohnort?
- Wo wollen Sie in Zukunft leben?

» Volltext (PDF)

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