IN²
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Ländliche Gemeinden schaffen Möglichkeiten zur dauerhaften Integration von Zuwanderern
Das Projekt „IN²“ will Zuwanderer in ländlichen Räumen dauerhaft integrieren. Zwei rheinland-pfälzische Kommunen erforschen gemeinsam mit Wirtschaftswissenschaftlern und Raumplanern zentrale Integrationsfaktoren und initiieren neue Kooperationsformate.

Zuwanderer als Chance
„IN2“ erforscht ein weitgehend neues Feld: Die Zuwanderung von Migranten in dünn besiedelten ländlichen Regionen im demografischen Wandel. Zuwanderung sehen die Partner aus Kommunen und Wissenschaft als Zukunftschance für diese Regionen. Den Kommunen wächst neue Bevölkerung zu. Migranten treffen im ländlichen Raum auf soziale Nähe zu Einheimischen und auf starke Vereine. Sie finden hier Wohnraum und haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Gute Voraussetzungen für Integration, davon sind die Projektpartner überzeugt.

Im Projekt „IN²“ greifen die beiden rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden Gerolstein und Rockenhausen diese Chancen auf, um gemeinsam mit Wissenschaftlern des Instituts für Technologie und Arbeit e. V. und des Lehrstuhls Stadtplanung der Technischen Universität Kaiserslautern Lösungen für eine dauerhafte Integration von Zuwanderern zu erarbeiten. Zur Verbandsgemeinde Gerolstein zählen derzeit 13 selbständige Ortsgemeinden mit insgesamt rund 14.000 Einwohnern. In Rockenhausen leben rund 11.500 Menschen.

Netzwerk mit Haupt- und Ehrenamtlichen
Im Projekt „IN2“ begehen die Forschungspartner zwei Wege, die während des Projektzeitraums parallel verfolgt und miteinander verknüpft werden: die Vernetzung und Verstetigung lokaler Aktivitäten und die Erforschung der Faktoren für eine erfolgreiche Integration.

Für die Vernetzung können sich die beiden Gemeinden auf bestehende haupt- und ehrenamtliche Initiativen vor Ort stützen. Gemeinnützige Einrichtungen, Vereine und Einzelpersonen haben sich bereits in der Aufnahme von Flüchtlingen stark engagiert. Für die langfristige Integration soll nun das Netzwerk der Unterstützer und Partner erweitert werden. Kooperieren wollen die Projektpartner beispielsweise mit Unternehmen und Handwerkskammern, um den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern. Auch Entscheider und Mitarbeiter aus Wohnungsämtern, Wohnungsgesellschaften und von Aus- und Weiterbildung sollen kontaktiert werden. So entstehen „crowd-solutions“, neue Lösungen, die in einem Netzwerk gesellschaftlicher Akteure entwickelt und umgesetzt werden. Unterstützt wird der Prozess durch regelmäßige Strategiegespräche.

Methodik einer erfolgreichen Integration
Die Methode für die Vernetzung der Akteure und die Verstetigung des Netzwerkes ist die Prozessmoderation. Neben der Initiierung und Verstetigung von Dialog- und Kooperationsformaten gehören dazu auch Strategiegespräche zwischen Bürgermeistern, Gemeinderäten und weiteren kommunal- und regionalpolitischen Vertretern. In beiden Gemeinden werden speziell Prozessbegleiter eingestellt und von den Forschungspartnern ausgebildet.

Zur Erforschung der Integrationsfaktoren stellen die Wissenschaftler die Analyse von Förder- und Hemmfaktoren in den Fokus ihrer Arbeit. Unter welchen Bedingungen gelingt Integration? Was zieht Flüchtlinge in die Städte, wie können ländliche Gemeinden für sie attraktiv werden? Darüber hinaus ist eine wichtige Frage, wo Zuwanderer in den ländlichen Regionen wohnen und arbeiten können. Wo kann zum Beispiel Wohnungsleerstand genutzt werden, wo ist das soziale Umfeld für eine erfolgreiche Integration besonders günstig? Wo sind Arbeitsangebote vorhanden? Methodik und ein Tool für die Standortsuche, das den qualitativen und quantitativen Bedarf der Migranten berücksichtigt, werden entwickelt.

Die Erkenntnisse des Projekts fließen in Instrumente zur Prozessmoderation, Netzwerkbildung und räumlichen Verteilung ein. Ein Praxisleitfaden bündelt übertragbare Ergebnisse für Kommunen mit ähnlichen Fragestellungen. Die beteiligten Verbandsgemeinden Gerolstein und Rockenhausen wollen die entwickelten Strukturen auch nach Ende des Forschungszeitraums fortführen.