Kleinstadt_gestalten
Junge Menschen schaffen Orte mit Mehrwert für die Gemeinde
„Kleinstadt gestalten“ setzt auf drei Bevölkerungsgruppen: Jugendliche, junge Frauen und Menschen, die in ihren Heimatort zurückkehren. Sie gestalten Räume für Begegnung, Freizeit und Kultur. Ihr Engagement, das Geografen und Raumplaner wissenschaftlich begleiten, schafft Mehrwert für die gesamte Kommune.

Am Beginn stehen Begegnungen
Die Stadt Weißwasser richtet ihre Stadtentwicklung nach ihrer kommunalen Demografiestrategie aus. Erstes und prioritäres Ziel ist es, junge Menschen in die Gestaltung des städtischen Lebens einzubinden. Zudem praktiziert die Stadt eine lebendige Willkommenskultur für Menschen, die neu hinzuziehen oder zurückkehren. Das Projekt „Kleinstadt gestalten“ ist ein Vorhaben, das diese Demografiestrategie Realität werden lässt.

Wesentliches Thema des dreijährigen Forschungsvorhabens ist es, geeignete Formen der Beteiligung und Mitbestimmung für Jugendliche, junge Frauen und Zurückgekehrte zu entwickeln und anzuwenden. Die Geografen und Raumplaner des Leibniz-Instituts für Länderkunde steuern dazu die Methodik bei und passen sie an die regionalen Bedingungen der sächsischen Kleinstadt an.

Stadt erkunden und gestalten
Zwei Fragen stehen am Beginn des Projekts: Welchen sozialen und kulturellen Bedarf haben die drei Bevölkerungsgruppen? Welche Orte und Räume für Begegnungen in Freizeit und Kultur sind angemessen? Diese Fragen thematisieren junge Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Länderkunde in einer Summer-School – gemeinsam mit Jugendlichen, jungen Frauen und Menschen, die wieder nach Weißwasser zurückgekehrt sind.

Im Dialog und in gemeinsamen Stadterkundungen suchen die Teilnehmenden der Summer-School nach geeigneten Räumen, in denen sie ihre Ideen in die Realität umsetzen können. Neben Kreativität brauchen sie dafür auch die Methodik, wie Einrichtungen gemeinsam betrieben werden können. Denn Aufbau, Erhalt und das eigenverantwortliche Bewirtschaften der Räume für Kultur und Begegnung ist Ziel des Projektes „Kleinstadt gestalten“. Das Engagement schafft Identität mit der Heimat-Region und Mehrwert für die Kommune. Mit Hilfe der Leibniz-Wissenschaftler sollen sich die neuen Begegnungsorte in eine nachhaltige Stadtentwicklung einfügen.

Von der Summer-School zur Realität
Für einen erfolgreichen Ablauf und eine erfolgreiche Umsetzung haben die Stadtverwaltung Weißwasser und das Leibniz‐Institut für Länderkunde auch den Stadtverein der Kleinstadt als Projektpartner gewonnen. Mit diesem arbeitet die Kommune seit längerem eng zusammen, etwa im Kultur- und Sportbereich. Die Vereinsmitglieder übernehmen ehrenamtliche Aufgaben für den Betrieb von Einrichtungen in Kultur und Sport.

Gemäß der kommunalen Demografiestrategie erwarten die Forschungspartner vor allem: Übertragbare Methoden, die das Engagement der Bevölkerung stärken. Sie wollen mit ihren Begegnungsorten Möglichkeitsräume schaffen, die der kommunalen Vielfalt und Zukunft Weißwassers dienen. „Kleinstadt macht Leute – Leute machen Kleinstadt“. Damit können die Projektergebnisse in vergleichbaren Städten angewandt werden.