CoProGrün
CoProGrün
Wie Wissenschaftler, Bürger und Unternehmer urbanes Grün wirtschaftlich erhalten
Das Projekt „CoProGrün“ erhöht die Lebensqualität urbaner Räume mit Hilfe grüner Flächen. Es erforscht in der Metropolregion Ruhr, wie Grünzüge attraktiv gestaltet, bewirtschaftet und damit langfristig erhalten werden können. Dafür arbeiten Wissenschaftler, kommunale Entscheider, Bürger und Unternehmer miteinander.

Der Wert des Grüns
Das Projekt „CoProGrün“ setzt auf das Konzept der Urbanen Agrikultur – den Erhalt von kommunalen Grünflächen durch landwirtschaftliche Nutzung. Denn urbanes Grün prägt entscheidend die Lebensqualität von Städten.Parks, Kleingärten, Wälder und Äcker entfalten ihre volle Wirkung erst in der Gesamtheit. Als Grünzüge gliedern sie die Stadt, bieten größere Erholungsräume, vernetzen Lebensräume von Tieren und Pflanzen und bringen Frischluft in dicht besiedelte Quartiere.

Planungsrechtliche Sicherheit durch entsprechende kommunale Verwaltungsstrategien ist eine wesentliche Voraussetzung für den Bestand von Grünzügen. Eine zweite: Sie benötigen die Akzeptanz der Bürger als wertvolle, erhaltenswerte Stadträume. Hier setzt das dreijährige Forschungsprojekt CoProGrün: „Co-produzierte Grünzüge als nachhaltige kommunale Infrastruktur“ an: Es schafft höhere Wertschätzung durch das gemeinsame Bewirtschaften von Grünflächen.

Lebendiger Stadtraum
Mit dem Konzept der Urbanen Agrikultur greifen die Verbundpartner auf ein Instrument zurück, das sie mit Bürgern und Unternehmern praktizieren und den lokalen Gegebenheiten anpassen – etwa, was Bewirtschaftungsformen oder Fruchtfolgen betrifft. Die Landschaftsarchitekten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen) und die Agrarwirtschaftler der Fachhochschule Südwestfalen begleiten dies wissenschaftlich.

Die Vorteile des Konzepts: Urbane Landwirtschaft ist auch für städtische Akteure jenseits der Verwaltung attraktiv. Bewohner, Interessenverbände oder Wohnungsunternehmen erhalten als Bewirtschafter grüner Flächen ökonomischen oder sozialen Mehrwert. Dies betrifft sowohl die Gestaltung als auch die Nutzung von grünem Stadtraum. Hierzu werden alle Akteure in ihrem Spezialgebiet durch anerkannte Fachleute unterstützt. Die Beteiligten tauschen Ideen, Ergebnisse und Erfahrungen aus. Das gemeinsame Gestalten und Bewirtschaften schafft sozialen Zusammenhalt und Wertschätzung.

Am Beispiel eines Grünzugs in der Metropole Ruhr setzt „CoProGrün“ diesen Anspruch der Urbanen Agrikultur in die Praxis um. Das Forschungsprojekt umfasst dabei die Städte Dortmund, Castrop-Rauxel, Lünen und Waltrop.

Mehrwert für weitere Kommunen
Wie kann eine Kommune mit Landwirten, Kleingärtnern oder Heimatvereinen kooperieren? Wie können zivilgesellschaftliche Akteure – vom Kleintierzuchtverein bis zum Freizeitsportler – gefunden und beteiligt werden?

Das sind die Fragen, auf die die Projektbeteiligten unter Federführung der RWTH Aachen Antworten suchen. Der Verbund von Forschern und Partnern aus Kommunen und Landwirtschaft schafft dafür einen umfangreichen Adressatenkreis. Denn „CoProGrün“ untersucht auch, mit welchen Formaten Akteure erfolgreich gewonnen werden können. Wann bedarf es des Küchentischgesprächs, wann der offenen Planungswerkstatt? „CoPro- Grün“ bündelt die Akteursinteressen zu Optionspfaden und entwickelt daraus gemeinsam mit den Akteuren Pilotprojekte. Diese werden im Hinblick auf Machbarkeit, Mehrwert für den Grünzug und Gestaltqualität untersucht und optimiert.

Das Forschungsprojekt bindet weitere Metropolregionen in Deutschland ein, um von deren Erfahrungen zu profitieren und einen Handlungsleitfaden zu erstellen, der bundesweit Anwendung finden kann.