DeWaK
Wie sich soziale Einrichtungen für verschie­dene Generationen zukunftsfähig etablieren lassen
Das Projektteam von „DeWaK“ entwickelt zukunftsfähige soziale Einrichtungen. Zwei Kommunen in Nordrhein-Westfalen erproben dafür mit Raumplanern, Wirtschaftswissenschaftlern und Finanz-Experten neue Organisations­- und Finanzierungsmodelle.

Kommunale soziale Einrichtungen
Die Stadt Herten und der Ennepe-Ruhr-Kreis wollen gemeinsam mit freien Trägern soziale Angebote für Senioren, Kinder und Jugendliche zukunftsfähig etablieren. Dafür entwickeln sie mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Dortmund, der International School of Management in Dortmund und des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Essen neue Organisations- und Finanzierungsmodelle. Zwei soziale Einrichtungen dienen dafür als Pilotprojekte. Sie sollen auch über den Forschungs-Zeitraum hinaus fortbestehen.

Die Stadt Herten schafft ein „Zentrum für soziale Integration“. Dieses soll Anlaufstelle und Treffpunkt für Menschen in schwierigen Lebenslagen sein. Darüber hinaus ist geplant, beratende und pädagogische Betreuungsangebote von Flüchtlingen in diesem Zentrum zu bündeln. Das „Zentrum für soziale Integration“ liegt im innerstädtischen Bereich Hertens, dessen nachhaltige Entwicklung die Kommune 2015 beschlossen hat. Neben neuen sozialen Einrichtungen plant die Stadt dort verschiedene städtebauliche Maßnahmen.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis initiiert für das Forschungsprojekt den „Bürgertreff Wetter-Grundschöttel“. Er liegt in einem Wohnquartier am Rande der Stadt Wetter. Die Kommune mit rund 21.000 Einwohnern hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensqualität in diesem Quartier durch nachbarschaftliche und soziale Einrichtungen zu erhöhen.

Neue Ressourcen für soziale Einrichtungen
Für beide Initiativen werden im Projekt „DeWaK“ tragfähige Organisations- und Finanzierungsmodelle entwickelt – abgestimmt auf die regionalen Gegebenheiten vor Ort. Beide Einrichtungen sollen durch freie soziale Träger mit Hilfe ehrenamtlichen Engagements betrieben werden. Als neue Finanzierungspartner wollen die Forschungspartner regionale Kreditunternehmen bzw. Partner aus der Wirtschaft gewinnen. Um Zusammenarbeit und die neuen Formen der Partnerschaft zu gestalten, sollen entsprechende institutionelle, räumliche und rechtliche Fragen geklärt werden. Die Raumplaner der Technischen Universität Dortmund analysieren u. a. soziale und räumliche Bedarfe und entwickeln dafür Strategien. Wirtschaftswissenschaftler und Finanzexperten der International School of Management Dortmund und des RWI-Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung  Essen entwickeln finanzielle und rechtlich tragfähige Lösungen.

Projektarbeit in vier Phasen
Das Projekt „DeWaK“ ist in vier Arbeitsphasen unterteilt. Zunächst werden die lokalen Gegebenheiten in Herten und Wetter untersucht: die finanzielle Lage der Kommunen, die vorhandenen Akteure sowie die Raum- und Netzwerkbeziehungen. Dies bildet die Grundlage für die zweite Phase, in der mögliche Finanzierungsmodelle und alternative Organisationsformen entwickelt werden. Auch die Auswahlkriterien für die Eignung der Modelle für die Kommunen werden bestimmt. Sie werden anschließend in der dritten Phase in den Einrichtungen in Herten und Wetter erprobt und weiterentwickelt. Der Vergleich der theoretischen Ergebnisse mit Erfahrungen aus den Städten trägt in der vierten Phase dazu bei, eine praxisnahe Auswahl an Instrumenten für Kommunen in vergleichbaren Situationen zu treffen.

Entstehen wird ein Handbuch von Organisations- und Finanzierungsinstrumenten für die soziale Infrastruktur vor Ort, das für Kommunen und Träger Informationsquelle und Anleitung für die Neuausrichtung von Angeboten sein kann.