JuMoWestküste
Vier Landkreise vereinen Standortvorteile und fördern die Karrieren künftiger Fachleute
„JuMoWestküste“ eröffnet Chancen für Berufseinsteiger und stärkt damit eine gesamte Region. Vier Landkreise an der Nordseeküste bündeln ihre Standortvorteile für den Karrierestart von Schulabgängern und Studierenden. Gemeinsam mit Forschern etablieren sie ein Mobilitätskonzept – als umfassende Infrastruktur für ihre Fachleute von Morgen.

Attraktivität im Verbund
Das Gebiet der Landkreise Dithmarschen, Nordfriesland, Pinneberg und Steinburg umfasst die gesamte Westküste Schleswig-Holsteins – von der dänischen Grenze bis zur Metropole Hamburg. Die Region weist eine hohe Branchenvielfalt auf: Hier siedeln Zukunftstechnologien und Tourismusbranchen, Naturschutz- und Green-Economy-Unternehmen, traditionelles Handwerk und Landwirtschaft. Dieses vielfältige Potenzial bündelt das Projekt „JuMoWestküste: Rückenwind – Jugendmobilität Westküste“. Mit einem Jugendmobilitätskonzept wollen die beteiligten Landkreise Jugendlichen einen Karrierestart und schließlich die berufliche Karriere vor Ort ermöglichen. Der Mehrwert dieser öffentlichen Dienstleistung: Künftige Fachleute bleiben in der Region. Bereits zu Projektbeginn haben die Partner den Nutzen über die dreijährige Projektlaufzeit hinaus im Blick. „JuMoWestküste“ soll dauerhaft in der Region etabliert werden. Forscher der Fachhochschule Westküste in Heide steuern die Methodik bei und sorgen für den Wissenstransfer. Der Landkreis Dithmarschen koordiniert das Entstehen des Jugendmobilitätskonzepts.

Netzwerk für Karriere-Chancen
Das Erkunden, Ermitteln und Bündeln von Bedarfen und Angeboten in Ausbildung und Beruf steht am Beginn des Jugendmobilitätskonzepts. Sein Herzstück ist ein kreisübergreifendes Netzwerk aller Akteure in den Bereichen Ausbildung und Beruf. Verbindliche Kooperationsstrukturen zwischen Schulen, Betrieben, Arbeitsagentur, Jobcenter, Berufsbildungszentren, Kreisverwaltungen, Kammern und der Wirtschaft entstehen. Dieses Netzwerk ermöglicht, dass die vielfältigen beruflichen Angebote in einem Praktikumsportal aufbereitet und gebündelt werden. Die Online-Plattform dient Schulabgängern und Studierenden zur Information über Berufsfelder und Karriere-Chancen in der Region, zur Orientierung und zur konkreten Kontaktaufnahme mit Unternehmen und künftigen Arbeitgebern. Sie ist ein systematisches Instrument zur Vermittlung zwischen jungen Menschen und Betrieben.

Vielfalt und Mobilität
Neben Aufbau und Etablierung der Praktikumsdatenbank gehören weiterhin Mobilitätsmodelle zu „JuMoWestküste“:  Welche Infrastruktur, welche Dienstleistungen brauchen mobile Fachleute von Morgen? Mit welchen Lösungen – von Fahrgemeinschaften bis hin zu öffentlichem Pendler-Service - punkten Arbeitgeber? Der Datensammlung folgen konkrete Vorhaben mit Jugendlichen. Dazu gehören Mobilitäts-Coachings und eine Mobilitäts-Hotline. Bei dieser können sich Interessenten  melden und erhalten individuelle Beratung.

Drittes Element von „JuMoWestküste“ ist schließlich, als „typisch“ geltende Frauen- und Männerberufe für das jeweils andere Geschlecht attraktiver zu machen – durch Praktika oder vertiefende Hinweise im Praktikumsportal.  

Mit ihrem Projekt suchen die Verbundpartner damit auch nach Lösungen für eine zeitgemäße  Fachkräfteausbildung und -bindung, die sich auf andere Regionen übertragen lassen: Wie stärken Berufspraktika und moderne, nachhaltige Mobilität über Kreisgrenzen hinweg junge Menschen in ihren beruflichen und sozialen Kompetenzen? Erhöhen diese Instrumente und Coachings über die Karrierestarts in der Region hinaus auch die Zahl der weiteren Karriereverläufe vor Ort? Die Erkenntnisse und Ergebnisse finden ebenfalls Eingang in das Jugendmobilitätskonzept.