iMONA
Eine Region verknüpft Personenverkehr und Nahversorgung zu zukunftsfähiger Mobilität
„iMONA“ macht Mobilität und Nahversorgung in ländlichen Regionen zukunftsfähig. Gemeinsam mit Dresdner Verkehrswissenschaftlern entwickelt der bayrische Landkreis Freyung-Grafenau dafür ein tragfähiges Verkehrs- und Versorgungsnetz.

Vernetzte Mobilität
Der Landkreis Freyung-Grafenau, der östlichste Landkreis Bayerns, will durch nachhaltige Mobilität die Lebensqualität der Menschen vor Ort erhöhen. Öffentliche und medizinische Einrichtungen, in der Region unterschiedlich weit entfernt, sollen auch künftig gut erreichbar sein, auch für Menschen ohne eigenes Fahrzeug. Zugleich soll eine kontinuierliche Nahversorgung mit Lebensmitteln und anderen Waren garantiert werden.

„intelligente Mobilität und Nahversorgung für den Landkreis Freyung-Grafenau“ heißt das „iMONA“-Forschungsprojekt mit vollständigem Titel. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden entwickelt der Landkreis ein stabiles Verkehrs- und Versorgungsnetz, das unterschiedliche Mobilitätsangebote miteinander verknüpft und über ein Informations- und Buchungssystem abrufbar macht. Die Innovation dabei: Personentransport und Warenverkehr werden miteinander verbunden, öffentlicher Nahverkehr und privat-gemeinschaftliche Mobilität ergänzen sich. Die Wissenschaftler der Technischen Universität Dresden erstellen für das gemeinsam entwickelte Verkehrsnetz ein passendes Betreiberkonzept, loten Finanzierungsmöglichkeiten aus und übernehmen die Evaluation der pilothaften Umsetzung.

Herzstück: Die Mobilitäts-Stationen
Herzstück des Vorhabens ist die Einrichtung von Mobilitäts- und Versorgungsstationen an geeigneten Standorten in den Kommunen des Landkreises. Einerseits sind sie Haltestellen für Reisende, andererseits Lieferpunkte für Waren des persönlichen Bedarfs. Dort können sich die Einwohner Waren anliefern lassen, die sie telefonisch oder via Internet bestellt haben. Die Belieferung von Kleinstbetrieben wie Dorfsupermärkten oder Pensionen und Gasthäuser via Mobilitäts-Station ist ebenso möglich.

Im Projekt werden zunächst in einer Testphase Produkte der Grundversorgung über eine mit den Beteiligten abgestimmte Einkaufsliste angeboten. Diese Einkäufe werden vom Verkäufer über das Buchungssystem als Mitfahrwunsch eingestellt und dem Transportunternehmen übergeben. Für die Rückgabe von leeren Transportbehältern stehen dann dezentrale Paketkästen oder die Versorgungsstationen zur Verfügung.

Vor der Errichtung der Mobilitäts- und Versorgungsstationen und deren Testbetrieb steht die genaue Bedarfserkundung geeigneter Standorte. Diese ermitteln die Forschungspartner gemeinsam mit den Bewohnern des Landkreises.

Breit getragenes Angebot
In „iMONA“ einbezogen sind neben der Bevölkerung des Landkreises auch die betreffenden Unternehmen: Firmen des öffentlichen Personennahverkehrs, Taxiunternehmen, Unternehmen des Einzelhandels sowie auch private Fahrer und Car-Sharer. Das Mobilitätsnetz umfasst neben Bussen und Bahnen auch private Mitfahrangebote. So kann ein breites Angebot unterschiedlicher Fahrmöglichkeiten sichergestellt werden.

Profitieren sollen von „iMONA“ alle Akteure: Die Bevölkerung erhält ein zukunftsfähiges Mobilitäts- und Versorgungsnetz. Die Verkehrsunternehmen stärken ihre Wirtschaftlichkeit. Die Gemeinden kommen ihrer Daseinsvorsorgepflicht effizienter nach und erhöhen die regionale Lebensqualität. Für Erzeuger und Händler ergeben sich neue Absatzmärkte.

Der Landkreis Freyung-Grafenau will die mobile Strategie auch über die Laufzeit des Forschungsprojekts hinaus praktizieren. Die Ergebnisse des Pilotvorhabens für intelligente Mobilität und Nahversorgung werden dann auch anderen Kommunen zur Verfügung stehen.

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