KOMOBIL2035
KOMOBIL2035
Neue Kooperation von Ehren- und Hauptamtlichen für nachhaltige Mobilität
„KOMOBIL2035“ verknüpft ehren- und hauptamtliches Engagement für eine zukunftsfähige Mobilität. Die Region Ostwürttemberg will dafür langfristige Kooperationen im regionalen Verkehr aufbauen. Wissenschaftler verschiedener Disziplinen liefern Analysen und Konzepte für ein tragfähiges Ehrenamt im Bereich Mobilität.

Perspektiven für Bürgerschaftliches Engagement
„KOMOBIL2035“ verbindet acht Partner aus Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft unter Koordination des Regionalverbandes Ostwürttemberg zum Forschungsverbund. Sie forschen gemeinsam und arbeitsteilig an einem Konzept,wie sich Nahverkehrsangebote in der Region Ostwürttemberg flächendeckend erhalten bzw. ausbauen lassen. Durch ein Netzwerk von ehrenamtlichen, privatwirtschaftlichen und öffentlichen Nahverkehrs-Angeboten wollen sie  Kooperationsformen schaffen, die auf andere Kommunen und auf andere Bereiche der Daseinsvorsorge wie z. B. Feuerwehr oder soziale Dienstleistungen übertragbar sind.

Ausgangspunkt des Projektes ist die Frage nach den Kapazitäten des Ehrenamtes. Die aktuelle Situation bescheinigt der Region ein hohes Engagement ihrer Bürger jenseits ihrer beruflichen Tätigkeiten. Im Land Baden-Württemberg sind rund 50 Prozent der Einwohner ehrenamtlich tätig – weit mehr als im Bundesdurchschnitt. Wie entwickelt sich dieses künftig? Wie wirken sich z. B. eine längere Lebensarbeitszeit, zunehmende Individualisierung und das Altern der Gesellschaft auf Engagement und Bedarf an ehrenamtlichen Tätigkeiten aus?

Projektmanager koordinieren Angebote
Auf Basis der Analysen des Ist-Zustandes der Ehrenamtskapazitäten und des Bedarfs erstellen die „KOMOBIL2035“-Projektpartner gemeinsam ein Mobilitätskonzept für die Region. Dieses wird während des Projektzeitraums in den beiden Landkreisen der Region, dem Ostalbkreis und dem Kreis Heidenheim sowie der Gemeinde Rainau erprobt. Ein Beispiel für ein neues Netzwerk mit flexibler und öffentlicher Beteiligung kann sein: Der nachmittägliche Transport von Schulkindern zu ihren Sportvereinen, verbunden mit dem Transport älterer Menschen zum Arzt. Ein zentrales Informationsportal stellt alle Fahr- und Mitfahrangebote dar.

Die Koordination des Projekts liegt in den Händen von regionalen und lokalen Projektmanagern, sogenannten Kümmerern. Sie beraten und unterstützen die Bürger in Sachen Mobilität. Sie koordinieren bereits bestehende Mobilitäts-Initiativen und sind Ansprechpartner für Ehrenamtliche, die neue Verkehrsangebote eröffnen wollen. Die Projektmanager koordinieren ebenso die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Kommunen.

Mosaik der Forschungsbeiträge
„KOMOBIL2035“ verknüpft einzelne Beiträge jedes Forschungspartners zum gemeinsamen Forschungsprojekt. Der Regionalverband Ostwürttemberg als Träger von regionalen Entwicklungsprojekten ist Ansprechpartner für regionsübergreifende Institutionen und für die Vernetzung vielfältiger Akteure, beispielsweise ehrenamtlicher Fahrdienste. Der Ostalbkreis als Kümmerer auf Kreisebene erarbeitet flexible Mobilitätsangebote, die den öffentlichen Schülerverkehr ergänzen. Der Kreis Heidenheim erstellt das Informationsportal für Mobilität. Die Gemeinde Rainau untersucht die Kooperation von Vereinen mit der Frage, wie Ehrenamtliche durch hauptamtliche Unterstützungsangebote gestärkt werden können. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg ist Ideengeber, Berater und Kontaktstelle für neuartige Angebote und neue Formen der Zusammenarbeit im Nahverkehr. Das Netzwerk pakora.net mit Wissenschaftlern und Praktikern der Stadt-, Regional- und Verkehrsplanung begleitet und moderiert den Entwicklungsprozess der Region. Das nexus-Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung begleitet das Projekt in der Konzeption und Durchführung von partizipativen Verfahren und Veranstaltungen. Wissenschaftler der Arbeitsgruppe Regionalforschung an der Philipps-Universität Marburg führen Feldstudien und Befragungen zu den personellen Ressourcen bürgerschaftlichen Engagements in ausgewählten Räumen Ostwürttembergs durch. Ergebnis dieser arbeitsteiligen Zusammenarbeit ist das Mobilitätskonzept für die Region, das Kooperationen von Haupt- und Ehrenamtlichen schafft. Die gebündelten Erkenntnisse sollen in einer „Zukunftsstudie Ehrenamt“ weiteren Kommunen zur Verfügung stehen.